Der fliegende Arzt

Eine Komödie von Molière

Thermometer

Regie: Claudius Hoffmann
[ www.kleintheater.de ]

6./7./8. Oktober - Anfahrt
13./14. Oktober - Anfahrt

Der fliegende Arzt

...ist eines der frühesten Stücke von Molière (1622-1673). Genauer gesagt ist es eigentlich gar kein richtiges Stück, sondern das unfertige Improvisationsschema zu einer barocken Sitcom.

Frankreich im 17. Jahrhundert: Ein junges Mädchen soll gegen ihren Willen von ihrem Vater an einen älteren Herren verheiratet werden. Dem eigentlichen Liebespaar kommen ein Diener und die Zofe des Hauses zu Hilfe. Im Verlauf der drei Akte führt das zu urkomischen Verwicklungen und Verwirrungen.

Molière sagte einmal: „Ich habe in der Stellung, in der ich mich befinde, geglaubt, nichts Besseres tun zu können, als die Laster meines Jahrhunderts in lächerlichen Bildern darzustellen.“ Wir halten die Bilder nicht für lächerlich, sondern für eine zeitgemäße Karikatur, und wie Sie selbst sehen werden, so einige Laster scheinen über die Jahrhunderte überdauert zu haben.

Bild1
Bild2 Bild3
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Gorgibus

Gorgibus - Vater von Lucile

verspricht seine Tochter seinem noch vermögenderem älteren Freund, obwohl er weiß, dass sie an ihm gar kein Interesse hat.

„Um im Schauspiel in die Rolle des Gorgibus einzutauchen, muss ich meine Rolle als Robert, die ich im Leben „spiele“, loslassen. Noch nie habe ich mich so intensiv mit Anderen und mit mir auseinandergesetzt wie in der Schauspielzeit.“
(Robert, 22)
 

Robert
Villebrequin

Villebrequin - älterer Freund des Gorgibus

vereinbart mit Gorgibus die Hochzeit mit der jungen Lucile

„Ich lerne viel über mich, meine Rolle in meinem Leben, über Verhaltensweisen, die ich mir angeeignet habe und wie schwer es ist, sie wieder abzulegen.“
(Raphael, 33)
 

Raphael
Lucile

Lucile - Tochter des Gorgibus

verzweifelt an den Heiratsplänen ihres Vaters. Doch sie bekommt Hilfe.

„Ich finde den Prozess spannend, gemeinsam an etwas zu arbeiten und auf die Beine zu stellen. Mich in etwas „Unbekanntes“ hineinzubegeben und meinen Ängsten zu stellen, wühlt mich innerlich auf und es passiert eine Menge, womit ich vorher nie gerechnet hätte.“
(Claudia-Helene, 30)
 

Claudia-Helene
Gros-René

Gros-Renè - Diener des Gorgibus

ist Gorgibus treu ergeben, obwohl...

„Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal auf einer Bühne stehen und Text in einem solchen Umfang auswendig lernen werde. Die Arbeiten zum Stück haben in mir das Gefühl zur Gruppe verstärkt. Da ich eigentlich ein Eigenbrödler bin, ist das ein großer Schritt für mich.“
(Michael, 38)

Michael
Martina

Martine - Zofe des Gorgibus

ist mit den Heiratsplänen ihres Herren überhaupt nicht einverstanden und mit viel List und Hilfe ihres Geliebten Sganarelle...

„Im Schauspiel kommt es vor allem auf Wahrhaftigkeit an. Um „echt“ zu sein, muss ich mir selbst glauben. Anfangs war das total schwer, weil ich schnell ironisch oder sarkastisch werde, also mich selbst und die Anderen nicht ernst genommen habe.“
(Nicola, 24)
 

Nicola
Notarin

Notarin - Hausfreundin des Gorgibus

verkehrt gern in Gelehrtenkreisen und spricht nebenbei bemerkt etwas Latein.

„Im Schauspiel lerne ich meine Unsicherheiten anzunehmen, ohne sie verbergen zu wollen, Durchhaltevermögen aufzubringen und geduldiger mit mir und den Anderen zu werden, auch wenn es mal nicht gleich klappt.“
(Jennifer, 28)
 

Jennifer
Valere

Valere - Mann aus gutem Hause

findet in Lucile die Liebe seines Lebens und kämpft um sie.

„Oft lasse ich mich in meine Gedankenwelt fallen und habe dann kein Gespür mehr für das, was um mich herum passiert. Durch die Interaktion auf der Bühne wird es für mich spürbar, wie hinderlich das sein kann und wie wichtig es ist, aufmerksam für mich und andere zu sein.“
(Thorsten, 25)
 

Thorsten
Sganarelle

Sganarelle - Diener des Herrn Valere

Da er ein treuer Freund und Diener seines Herren Valere ist, wird er sich mit viel List und Hilfe seiner Geliebten Martine gegen die Hochzeitspläne stellen.

„Es ist spannend zu erleben, wie ein Theaterstück entsteht und was alles dafür getan werden muss, bis es aufgeführt werden kann. Dabei komme ich oft an meine Grenzen und darüber hinaus, denn einfach „Ich habe keinen Bock“ zu sagen, hätte sofort Auswirkung auf mich und auf die gesamte Gruppe.“
(Roberto, 26)
 

Roberto

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Molière (Jean Baptiste Poquelin)

15.01.1622
Geburt, ältester Sohn des Hoftapezierers. Er besuchte das vornehme Jesuitenkolleg. Dennoch verzichtete er auf die Nachfolge seines Vaters am Hofe und studiert Jura

1642
Gründung der „Comédie Francaise“, lernt die Schauspielerin Madeleine Béjart kennen und nennt sich von da an Moliére. Wanderjahre

1658
Niederlassung in Paris

1664
„Tartuffe“, von der Kirche verachtet und vom Sonnenkönig Ludwig XIV geschützt

1666
„Le Misantrophe“ – der Menschenfeind, weitere wichtige Werke „Amphytrion“ (1668) und „Der eingebildete Kranke“ (1673)

17.02.1673
seit langem leidend, stirbt Moliére

Molière

Die Komödie (=Lustspiel) (griech.: komodia = Lied der Gemeinen: Gesang bei einem fröhlichen Umzug)

ist ein Drama mit erheiterndem Handlungsablauf, der in der Regel glücklich endet. Die unterhaltsame Grundstimmung entsteht dabei durch die übertriebene Darstellung menschlicher Schwächen, die neben der Belustigung des Publikums auch auf Kritik abzielen kann. Die Zuschauer fühlen sich zu den Figuren auf der Bühne entweder hingezogen, weil sie sich in ihnen wieder erkennen und sich mit ihnen leicht identifizieren können, oder aber sie blicken auf sie herab und verlachen sie, weil sie als Ausdruck einer Schwäche empfunden werden, die es zu vermeiden gilt. Schwankt dieses Gefühl, spricht man von einer Tragikomödie.

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