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Theaterwerkstatt siebenzwerge präsentiert
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eine Kriminalkomödie von Joseph Kesselring
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Aufführung am 06., 07 & 08. Juli 2007, jeweils 20:00 Uhr Eintritt: 9,- / 6,- Euro
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Es ist Tradition in der anthroposophischen Erziehung, Schauspiel als Mittel zur Entfaltung der Persönlichkeit einzusetzen. So ist es nur folgerichtig, wenn in der anthroposophischen Drogenfachklinik siebenzwerge zum Ende der Therapie den Patienten die Möglichkeit gegeben wird, ein Schauspiel aufzuführen, sich mit den darzustellenden Charakteren zu befassen und diszipliniert einen Probenplan einzuhalten. Ein weiteres Lernfeld ist, die gesamte Organisation „drumherum“ vom Kulissenbau über die Beschaffung von Kostümen und Requisiten bis hin zur Zusammenarbeit mit Sponsoren und der lokalen Presse zu bewerkstelligen. Hier muss die gesamte Gruppe in Arbeitsteilung und gegenseitiger Hilfe zusammenarbeiten, Selbständigkeit und Teamwork sind gefragt. Die Requisiteurin und Kostümschneiderin Lina (die dazu noch die Rolle der Elaine spielt) bemerkt, „dass meine Kreativität hinter den Kulissen gefördert wird.“
Die aktuelle Theatergruppe hat sich die Boulevardkomödie „Arsen und Spitzenhäubchen“ ausgesucht, da es bei allen gut ankommt, wenn es was zu lachen gibt. Die Geschichte um alte Damen, Serienmord und bizarre Familienmitglieder ist leicht und unkompliziert, so wie man sich das Leben manchmal wünscht. Ziel der Veranstaltung ist es also, etwas von dieser Leichtigkeit ins Publikum zu transportieren und einfach flotte, gute Unterhaltung zu bieten. Flotte, gute Unterhaltung zu produzieren ist allerdings für die neunköpfige Theatergruppe harte Arbeit: „Es ist erstaunlich, man kann auf einer Bühne schon nur falsch stehen! Alles muss eingeübt werden, nichts von dem, was da geschieht, ist zufällig, aber alles soll so aussehen.“ sagt Philipp, einer der Darsteller. Wochenlange Proben sind nötig, damit die Leichtigkeit und die Geschwindigkeit entstehen, die eine Boulevardkomödie gut machen.
Unter der Anleitung von Sylvia Hanisch, einer professionellen Regisseurin, werden die einzelnen Szenen und Aktionen akribisch eingeübt. Dazu kommen täglich Yogasitzungen um die körperliche Kraft und das Durchhaltevermögen der Jungdarsteller zu stärken und Sprachübungen um die Aussprache zu verbessern. Theaterspielen ist harte Arbeit, weiss auch Mortimerdarsteller Sebastian: “ Ich muss mich auf der Bühne meinen Ängsten und inneren Widerständen stellen, um in eine andere Rolle schlüpfen zu können“. Die Mühe lohnt sich, denn die Aufführungen sind sowohl für die Aufführenden als auch für die im Publikum sitzenden Mitpatienten ein Highlight in der (nicht immer einfachen) Drogentherapie.
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Für alle die gerne lachen, führt die Theatergruppe des Blauen Hauses die klassische Krimiparodie „Arsen und Spitzenhäubchen“ auf. In dieser turbulenten Komödie wird eine wilde Geschichte erzählt, in deren Verlauf ein Theaterkritiker seine beiden Tanten in flagranti eines Mordes ertappt, sie vor den Nachforschungen der Polizei schützen und seine durchgedrehten Brüder ins Sanatorium beziehungsweise in den Knast bringen muss.
Wir vom Blauen Haus sind stolz auf unsere Leistungen und froh, Euch eine Aufführung präsentieren zu können, die Euch sicherlich zum Lachen bringen wird.
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Über den Autor
Joseph Kesselring ist, obwohl er mit „Arsen und Spitzenhäubchen“ einen Klassiker des schwarzen Humors schuf, der Öffentlichkeit weitestgehend unbekannt geblieben. Es wurde sogar das Gerücht kolportiert, er existiere gar nicht, sondern sei lediglich von den beiden Produzenten von „Arsen und Spitzenhäubchen“ Howard Lindsay und Russel Crouse erfunden worden – ein literarischer Strohmann sozusagen. Wir wollen versuchen einen Blick auf den Autor, der hinter dem Ruhm seines Werkes so weit zurücksteht, zu werfen.
Der Sohn deutschstämmiger Eltern wurde am 21. Juli 1902 in New York City geboren. Nachdem er wegen Untergewichtes beim Militär ausgemustert wurde, arbeitete er in einer Flugzeugfabrik in Buffalo, wanderte dann nach Geary in Oklahoma, wo als Englischlehrer, Spracherzieher, Musiklehrer und Leiter einer Amateurtheatergruppe unterkam. Anschließend wurde er als Produzent und Darsteller in einem Tournee-Theater engagiert. Kesselrings Reise- und Tingelphase endete nach einer zwei Jahre dauernden Gastspielreise durch 46 Staaten; er kehrte nach New York zurück, wo er hoffte als Schauspieler arbeiten zu können. Da er bei keinem Produzenten Fuß fassen konnte, betätigte er sich mit bescheidenem Erfolg als freier Autor. An Verleger von Groschenromanen verkaufte er wahlweise Grusel-, Liebes- oder Superheldenstories und konnte sich damit über Wasser halten. Über den literarischen Stellenwert seiner Texte war er sich vollkommen im Klaren („Das was ich da geschrieben habe war keine Kunst, aber es brachte uns Braten auf den Tisch!“ sagte er der New York Times), aber er betrachtete das Schreiben als gutes Training für ambitioniertere Projekte.
Offensichtlich ließ ihn das Theater nicht los: er schrieb nebenher Theaterstücke, drei wurden fertiggestellt und aufgeführt. Der Erfolg war allerdings nicht gerade durchschlagend, zwar beauftragte die Hollywood-Filmfirma RKO Kesselring aus einem seiner Stücke namens „Aggie Appleby, Maker of Man“ ein Drehbuch zu machen, der Film wurde aber niemals produziert. „Cross Town“, ein weiteres Stück, wurde am Broadway bereits nach drei Vorstellungen abgesetzt. Der große Durchbruch kam für Kesselring erst mit seinem vierten Stück „Arsen und Spitzenhäubchen“, das er 1939 in angeblich nur 19 Tagen herunterschrieb. Tatsächlich uraufgeführt wurde es am Broadway erst am 10. Januar 1941, da die Produktionsfirma noch mit einer vorhergegangenen Produktion unvorhergesehene Erfolge feierte. „Arsen und Spitzenhäubchen“ wurde ein absoluter Volltreffer: es lief dreieinhalb Jahre vor ausverkauftem Haus (insgesamt 1444 Vorstellungen, alle in der Premieren- besetzung mit Boris Karloff in der Rolle des Jonathan), es war in London ähnlich erfolgreich und brachte der Produktionsfirma über 4 Millionen Dollar ein. Hollywood kaufte die Filmrechte von Kesselring für 175. 000 Dollar (zum Vergleich: vier Jahre zuvor bekam Kesselring für die Rechte an seinem Stück „Aggie Appleby, Maker of Man“ 4000 Dollar). Diese grundlegende Veränderung seiner finanziellen Situation kommentiert Kesselring: “Ich war nie in der Lage, einen guten Stich zu machen – aber nun haben sich die Dinge geändert!“ Obwohl er nun über eine Million Dollar privaten Gewinn aus „Arsen und Spitzenhäubchen“ ziehen konnte, behielt Joseph Kesselring seine Füße auf dem Boden: Er leistete sich und seiner Frau lediglich einen Urlaub bei ihren und anschließend bei seinen Eltern, rauchte weiterhin Phillip Morris Zigaretten (statt handgerollter Zigarren), kaufte weiterhin in Whalen´s Drug Store und (statt in teuren Delikatessenhandlungen) und bezahlte für einen Anzug nach eigenen Angaben nicht mehr als 50 Dollar (statt sich in Mailand eine Garderobe auf den Leib schneidern zu lassen).
Es ist davon auszugehen, dass die Unbekanntheit Kesselrings zum Teil auf diesem Hang zum Normalen und diesem Mangel an Extravaganz zurückzuführen ist. Startum, Glitter und Flitter waren ihm so unangenehm, dass er ein Angebot als Drehbuchschreiber nach Hollywood zu gehen ablehnte, da Hollywood für ihn das „Symbol von Künstlichkeit, Zeitverschwendung und moralischen Verfall“ darstellte. Es gelang ihm nie, an den Erfolg von „Arsen und Spitzenhäubchen“ anzuknüpfen, eine Tatsache, der er ganz nüchtern und abgeklärt ins Auge sah: „Natürlich bin ich stolz auf meine Erfindung. Was mir aber nach wie vor Sorgen macht, ist die Tatsache, dass es möglicherweise das einzige Stück ist, das mir zu schreiben vorherbestimmt war… glaube ich, dass einem so etwas nur ein einziges Mal im Leben passieren kann.“ Er sollte Recht behalten: kein weiteres Stück von ihm wurde ein auch nur annähernd ähnlicher Erfolg, etliche wurden nicht einmal verlegt.
So ist von Joseph Kesselring außer seinem Erfolgsstück einzig der nach seinem Tod von seiner Witwe gestiftete „Joseph Kesselring Prize“, der vom amerikanischen National Arts Club jährlich an ausgewählte Dramatiker vergeben wird, bekannt. Kesselring starb nach einem friedlichen und unspektakulären Leben am 5. November 1967 in New York. Posthum erschien 1973 seine in Versform (!) abgefasste Autobiographie.
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